Maßnahmen zur Verringung von Krankenhauskeim-Erkrankungen (MSRA-Strategie) in Luxemburg

D’Äntwert op dës parlamentaresch Fro, fann der ënnert dësem Link: QP 671

Herr Präsident,

 

Gemäß Artikel 83 der Geschäftsordnung der Abgeordnetenkammer, bitten wir Sie, die vorliegende parlamentarische Anfrage an den Gesundheitsminister sowie den Minister für soziale Sicherheit weiterzuleiten.

Jährlich sterben in der EU mehr als 33.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus – MRSA) sowie anderen Krankenhauskeimen. Experten sind sich einig, dass Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien eine Bedrohung für die moderne Gesundheitsversorgung darstellen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und ältere Menschen. Die meisten Ansteckungen mit besagten Keimen erfolgen in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Experten zu Folge sei die Hälfte der Fälle vermeidbar durch verbesserte Maßnahmen zur Infektionsvermeidung und -kontrolle.

Während Italien von allen EU-Ländern am stärksten betroffen ist, werden in den Niederlanden vergleichsweise geringe Fallzahlen verzeichnet. Dies ist unter anderem damit zu erklären, dass man in den Niederlanden bereits in den 1980er Jahren mit einer speziellen MRSA-Strategie begonnen hat, die darin besteht MRSA aktiv aufzuspüren, betroffene Patienten isoliert zu versorgen und zu behandeln.

Vor diesem Hintergrund möchten wir folgende Fragen an die Regierung stellen:

  • Ist in Luxemburg ein Anstieg an Infektionen mit solchen Krankenhauskeimen zu verzeichnen?
  • Können die Minister uns über die Statistiken der Infektionen pro Krankenhaus informieren?
  • Angesichts der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse:
    • Reichen die Richtlinien bezüglich der Krankenhauskeim-Vermeidung, die momentan in unseren Krankenhäusern gelten noch aus?
    • Gedenkt die Regierung, eine nationale Strategie auszuarbeiten, ähnlich der MSRA-Strategie in den Niederlanden?
  • Sollen betroffene Patienten zukünftig durch den im Regierungsprogramm vorgesehenen „Fonds d’indemnisation de l’aléa thérapeutique“ entschädigt werden?

 

Es zeichnen hochachtungsvoll,

 

Martine Hansen                              Octavie Modert                     Jean-Marie Halsdorf

Abgeordnete                                     Abgeordnete                          Abgeordneter